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think4...the future! | Sonntag, 05. September 2010 10:33
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Von einem, der auszog, mehr Demut zu lernen...   PDF  Drucken  E-mail
Geschrieben von Mario Ledermann  

Vor langer Zeit lebte im Land der Erhabenen ein Prinz Namens "Ich will".
Er war der Sohn des Königs "Ich-bin-der-Größte" aus dem Geschlecht der Mächtigen.
Wie alle Ahnen aus dem Geschlecht der Mächtigen strebte Prinz "Ich will" danach, die Macht des Landes an sich zu reißen. Doch sein Vater wußte dies zu verhindern.

Als Prinz "Ich will" merkte, daß ihm der schnelle Erfolg im eigenen Land versagt war, wurde er ungeduldig und er beschloß, sein Glück jenseits der Reichsgrenzen zu suchen.

Am Hofe der Mächtigen lebte auch ein großer Krieger Namens "Gib mir", der fast alles bekam, was er wollte, denn er galt als unbesiegbar. Ebenso gab es einen Seher Namens "Ich-weiß-alles-über-dich". Und diese beiden - Krieger und Seher - begleiteten Prinz "Ich will" auf seine Reise, denn sie waren Gefährten von klein auf.

Jenseits der westlichen Reichsgrenzen lag das Land der Heilkundigen. Es wurde regiert von König "Frieden" und Königin "Harmonie". Auf dieses Land hatte es Prinz "Ich will" abgesehen, galt es doch als reich und mit allen Gaben und Schätzen gesegnet. König "Frieden" und Königin "Harmonie" hatten auch eine Tochter. Sie hieß "Vollkommen" und war sehr schön. Diese begehrte Prinz "Ich will" mehr als alles andere. Und so stürmte er kurzerhand die Burg König "Friedens", riß die Macht des Landes an sich, tötete König "Frieden" und nahm Prinzessin "Vollkommen" und ihre Mutter, Königin "Harmonie", gefangen. Als Königin "Harmonie" jedoch vom Tod ihres Gatten hörte, wurde sie sehr zornig und sprach eine Fluch über Prinz "Ich will" aus.

Dieser Fluch bewirkte, daß Prinz "Ich will" von Blindheit und Taubheit geschlagen wurde, immer wenn er sich Prinzessin "Vollkommen" näherte. Dies brachte ihn so in Rage, daß er Mutter und Tochter in ein Land im Südwesten verbannte, welches das Land der Selbstgerechten geheißen wurde. Dort sollten sie ihre gerechte Strafe verbüßen. Das Land der Selbstgerechten wurde beherscht von einem Zauberer aus dem Geschlecht der "Kleinlichen". In dessen Burg wurden Prinzessin "Vollkommen" und Königin "Harmonie" eingekerkert.

Prinz "Ich will" indes machte sich nun selbst zum König des Landes der Heilkundigen und verwandelte es in kürzester Zeit in das Land der "Hexer, Rücksichtslosen, Machtbesessenen und Spitzel". Die Jahre vergingen und König "Ich will" lebte wie die Made im Speck von den Schätzen des Landes der Heilkundigen und seiner Bewohner.

Prinzessin "Vollkommen" hatte er fast vergessen, denn der Zauberer aus dem Geschlecht der Kleinlichen hatte seine Sinne vernebelt. Eines Tages jedoch war es an der Zeit für ihn, eine Frau zu suchen. Und so fragte er den großen Krieger "Gib mir" um Rat.

"Nimm meine Tochter, Herr !", entgegnete "Gib mir", "Sie ist die schönste meines Reiches und von feurigem Temperament !".

"So soll es sein !", sprach König "Ich will".

(c) Mario Ledermann 1998

 

 
   
     

 
 
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